Schneebaden in ihrem Hals.

Was war das?
Sie hat sich an mich gelehnt, einfach so.
Noch kenne ich sie kaum.
Nein, ich weiß nicht viel von ihr,
und doch alles was ich wissen muss.
Ihr Kopf auf meiner Schulter,
das fühlt sich an wie, wie...
wie soll ich das beschreiben.

Vielleicht wie Blumen die im Zeitraffer sprießen,
wo es doch Winter ist.
Vielleicht wie das Kitzeln im Bauch,
vor dem Sprung in kaltes Wasser.
Vielleicht, nein ganz sicher,
wie ein Spatz der sich auf meine Hand setzt,
wo er doch weiß das ich gerade keine Brotkrumen habe,
eben einfach so.

Was war das?
Sie hat den Kopf von meiner Schulter gelöst,
hat ihn zur Seite gelegt, die Augen geschlossen.
Ihr nackter Hals liegt von Haaren frei,
mit den schönen Sehnen, den Schulterknöcheln,
wie kann ich das nur beschreiben?

Wäre ihr Hals eine Tür,
sie stünde jetzt offen und ein frischer, zaghafter Wind
käme von draußen herein.
Wäre ihre Haut eine Landschaft aus Schnee,
ich würde in ihr baden gehen.
Wäre...
Langsam nähern sich meine Lippen
ihrer Schulter, ihrem Hals.
Einatmen möchte ich sie.

(c) Jakob Barton 2008

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Falter draus!