Eintauchen.

Ich sprang über den Zaun und ging ein Stück. Vorbei an dem alten Leuchtturm, durch das kleine Wäldchen, bis an die Steilküste. Ich stellte mich auf die Klippen und ließ den Wind mir entgegen schlagen, während mein Blick über das Meer schweifte. Dann stieg ich die rostige Leiter auf den brüchigen Abstieg hinab um ganz nah ans Meer zu gelangen. Noch im gehen warf ich die Kleider von mir, trat auf den Holzsteg der in die Wellen ragte und ließ mich ins Blau fallen. Ein tolles Gefühl! Die Wellen, die Tiefe, die Frische im Bauch und die Sonnenstrahlen von oben – ein atemberaubendes Stück Freiheit war das.

Heute stehe ich an eben diesem Ort und traue mich nicht ins Wasser. Es war schon anstrengend genug mit den Krücken hierher zu gelangen. Ich bin alt geworden, doch in meinem Kopf durchstoße ich die Wassergrenze noch immer, stehe noch immer hoch auf den Klippen, spüre noch immer den Wind und lasse immer noch keine Grenzen für mich gelten. Ich freue mich auf das was kommt. Wenn ich in dieses Blau dort oben eintauche, was muss das erst für ein Gefühl sein?

(c) Jakob Barton 2009


Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Falter draus!