Aus dem Nichts, ins Nichts, als wäre nichts.

Da stehst du.
Wie aus dem Nichts – hätte ich dich nur zuvor bemerkt.
Jetzt siehst du mich an.
Dieses flüchtige Lächeln das sich wie ein Kaugummi in die Länge zieht.
Zeitungen flattern schwerfällig, wie in Zeitlupe über die Zebrastreifen unter uns.
So höflich, dein Blick, du bist so unglaublich höflich.

Weißt du was mir lieber wäre?
Warum ballst du nicht deine Faust und schlägst sie mir ins Gesicht?
Warum trittst du nicht fest in meinen Bauch,
so wie du alles andere niedergetreten hast?
Ich leg mich auch vor dir auf den Boden, dann fällt es dir leichter.
Siehst du?
Jetzt fahren die Autos dicht an meinem Ohr vorbei
und spritzen den Regen vom Vortag in mein Gesicht.
Wenigstens spucken könntest du auf mich!

Nun schaust du so erschrocken und entgeistert,
als hättest du das nicht erwartet.
Sieh mich an, ich bin am Boden, ja ganz hier unten.
Glaub nicht das etwas fliegen lernt wenn du es fallen lässt.
Aber nein, du wirst auch dieses Bild aus deinem Kopf streichen,
so wie du alles andere weg geschoben hast,
als ob da nie etwas gewesen wäre.

Deine Füße verschwinden unscharf auf den Gehsteigen.
Es hat zu nieseln begonnen.
So hast du es seit dem gehalten.
Keine aufhelfende Hand, kein Gespräch in einem warmen Cafe´.
Du flüchtest und lässt hinter dir was schwer zu werden droht.
In der Tat spüre ich wie meine Kleidung schwerer wird.
Bald klebt sie, wie die Zeitungen neben mir auf dem Asphalt.
Die Autos fahren hupend Bögen um mich.
Fluche aus deren Fenstern, verhallen, im Regen.

(c) Jakob Barton 2008

Wenn dir das Leben Zitronen gibt, mach Falter draus!